Entspannung in der psychosomatischen Klinik
Ein Mann wurde einmal gefragt, warum er trotz seiner vielen Beschäftigungen immer so gesammelt sein könne. Dieser sagte:
Wenn ich stehe, dann stehe ich - Da fielen ihm die Fragesteller ins Wort und sagten: Das tun wir auch, aber was machst du noch darüber hinaus? Er sagte wiederum:
Wenn ich stehe, dann stehe ich - Wieder sagten die Leute: Das tun wir doch auch. Er sagte aber zu ihnen:
Nein - Die Geschichte gibt einen Einblick, was Entspannung sein kann: Was auch immer wir tun, ganz dabei zu sein, mit der Aufmerksamkeit in der Gegenwart - im Hier und Jetzt Wenn uns das im Alltag gelingen würde, bräuchten wir keine besonderen Entspannung sformen zu praktizieren, denn wir befänden uns meistens in einer meditativen und entspannten oder wohlgespannten Gemütslage, die uns erlaubt, in Ruhe und Klarheit zu tun oder zu lassen, was ansteht. Oft jedoch werden wir von einer „unbeabsichtigten und unproduktiven Gedankenflut“ regelrecht beherrscht, die unser Wohlbefinden und unsere Handlungsfähigkeit beeinträchtigt. Krishnamurti unterscheidet davon das „beabsichtigte Denken“ - das Nachdenken über eine Frage oder ein Problem und die Suche nach einer Antwort oder Lösung -, welches natürlich für unser Leben gut und wichtig ist. Verschiedene Methoden der Entspannung und Kursangebote geben Anleitung und Raum, wie man das „unbeabsichtigte Denken“ vermindern kann und jenseits der Gedanken in einen Seins-Zustand kommt, der Einsicht und Offenheit ermöglicht. Die verschiedenen Formen der Entspannung sind so vielfältig wie das Leben selbst. Entspannung in Ruhe und Bewegung: Es gibt Entspannung en mit körperlicher Bewegung und stille Entspannung en, bei denen Bewegungslosigkeit in einer aufrechten Sitzhaltung gefordert wird. Entspannung en in Bewegung sind z.B. Qigong, Tai Chi, Yoga, aber auch Tanzen, Laufen, Singen, Drehen kann eine Form der Entspannung sein. Die stillen Sitz entspannung en wie z.B. die buddistische Zen- und Vipassana- Meditationen konzentrieren sich auf die Wahrnehmung des Atems und der Körperhaltung. Aber auch hierbei wird das stille Sitzen unterbrochen von achtsamem Gehen, Teetrinken, Singen und Rezitieren. Die stillen Entspannung en geben die Möglichkeit, klarer die Bewegungen wahrzunehmen, die auch ohne unsere willentliche Aktivität da sind. Wir können erfahren, dass es in uns lebt, auch wenn wir nichts tun. Die aktiven Entspannung en geben die Möglichkeit, Unruhe und nervöse Zustände in gesammelte Bewegung umzuwandeln. Dem Temperament, der körperlichen Verfassung oder dem Lebensalter entsprechend kann eine aktive oder stille Entspannung ausgeübt werden oder auch eine Kombination beider, so dass dem Ruhe- und Bewegungsbedürfnis entsprochen werden kann. Die innere Haltung: Ob wir uns nun mehr oder weniger bewegen und welche Bewegung oder Nicht-Bewegung wir bevorzugen, ist nicht so wichtig. Wesentlich ist die innere Haltung, in der die Entspannung ausgeführt wird. * Entspannung lädt uns ein, bei einer Sache zu verweilen, ganz bei dem zu sein, was wir gerade tun. * Entspannung bedeutet, unser Tun mit allen Sinnen wahrnehmen, es erleben und was immer wir erleben ohne Urteil betrachten, annehmen, so sein lassen. * Entspannung will, dass wir uns auf die Gegenwart besinnen, dass wir mit der Aufmerksamkeit dort sind, wo unser Körper ist, unsere innere und äußere Realität fühlen und wahrnehmen. Spüren Sie doch jetzt gleich einmal, worauf Sie sitzen, stehen oder gehen, wie Sie atmen und in Ihrem Körper anwesend sind. Nehmen Sie Ihre Bewegungen oder Ihr In-Ruhe-Sein wahr. Vor allen Dingen nehmen Sie ohne Urteil wahr und betrachten Sie die Dinge mit wohlwollender Akzeptanz: „Aha, so ist es jetzt“ ... „So fühlt es sich jetzt in mir an.“ Oder Fühlen, Hören, Sehen, Riechen Sie „Jetzt“, ohne die üblichen Kommentare „das ist gut ... das ist schlecht ... so sollte es nicht sein ... so sollte es immer sein ...“ usw. Natürlich ist es gut, im Leben Ziele zu haben, etwas zu planen, zu erreichen, zu ändern. Gute Ziele brauchen jedoch Zeiten der Besinnung, der Selbstwahrnehmung, des Verweilens in der Gegenwart, des Müßiggangs, des einfach nur Hinschauens. Entspannung in der Hardtwaldklinik: Entspannung, Meditation und Yoga werden in der Hardtwaldklinik seit mehr als 10 Jahren von einer ausgebildeten Meditationssleiterin und Yogalehrerin angeboten. Die Entspannung en können von Patienten auf freiwilliger Basis und nach eigenem Ermessen wahrgenommen werden. * Bewegungs entspannung en und stilles Sitzen * Achtsamen Gehen, Tönen und Singen * Schulung des Körper- und Atembewusstseins * sowie Gespräche über sinnvolle Entspannung spraxis im Alltag sind Inhalte von meditativen Abenden und Morgen entspannung en. Hier kann ein erlebbarer Eindruck gewonnen werden in verschiedene Entspannung sformen. Auch wenn Gespräche und Information Bestandteile sind, ist das Hauptanliegen der meditativen Angebote die Übung, in der Gegenwart zu sein und dem vielbeschäftigten Kopf eine Pause zu gönnen. Denn darin sind die Meister der verschiedenen meditativen Schulen sich einig: „Der gegenwärtige Augenblick, das „Jetzt“ ist der einzige Augenblick, in dem wir wirklich leben.“ (J. Kabat-Zinn) „Mitten im Ozean des Tuns sich im „heilsamen So-Sein“ zu üben, Achtsamkeit gewinnen" bedeutet: In jedem Augenblick des Lebens „voll da zu sein“, der Herausforderung des Alltagsstresses adäquat begegnen zu können, um ihm jede Chance zu nehmen, unser physisches und psychisches Immunsystem zu schwächen. (Psychologie Heute).
Literaturangaben: Johanna Wernz
Zur Klärung weiterer medizinischer Fragen und Behandlungs- bzw. Therapiemöglichkeiten steht Ihnen unser Chefarzt im persönlichen Gespräch gerne zur Verfügung. Bitte vereinbaren Sie zuvor einen Termin in unserer Privatambulanz.
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