Ganzheitliche Psychotherapie und Psychosomatik in der Hardtwaldklinik I

Gestaltklinikum Bad Zwesten

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Meditation

in der psychosomatischen Klinik 


Was ist
Meditation?

Ein Mann wurde einmal gefragt, warum er trotz seiner vielen Beschäftigungen immer so gesammelt sein könne. Dieser sagte: 

Wenn ich stehe, dann stehe ich -
wenn ich gehe, dann gehe ich -
wenn ich sitze, dann sitze ich -
wenn ich esse, dann esse ich -
wenn ich spreche, dann spreche ich...

Da fielen ihm die Fragesteller ins Wort und sagten: Das tun wir auch, aber was machst du noch darüber hinaus? 

Er sagte wiederum: 

                       Wenn ich stehe, dann stehe ich -
                       wenn ich gehe, dann gehe ich -
                       wenn ich sitze, dann sitze ich -
                       wenn ich esse, dann esse ich -
                       wenn ich spreche, dann spreche ich... 

Wieder sagten die Leute: Das tun wir doch auch. 

Er sagte aber zu ihnen: 

Nein -
wenn ihr sitzt, dann steht ihr schon,
wenn ihr steht, dann lauft ihr schon,
wenn ihr lauft, dann seid ihr schon am Ziel...

Die Geschichte gibt einen Einblick, was Meditation sein kann: 

Was auch immer wir tun, ganz dabei zu sein, mit der Aufmerksamkeit in der Gegenwart - im Hier und Jetzt 

Wenn uns das im Alltag gelingen würde, bräuchten wir keine besonderen Meditation sformen zu praktizieren, denn wir befänden uns meistens in einer meditativen und entspannten oder wohlgespannten Gemütslage, die uns erlaubt, in Ruhe und Klarheit zu tun oder zu lassen, was ansteht.  

Oft jedoch werden wir von einer „unbeabsichtigten und unproduktiven Gedankenflut“ regelrecht beherrscht, die unser Wohlbefinden und unsere Handlungsfähigkeit beeinträchtigt. 

Krishnamurti unterscheidet davon das „beabsichtigte Denken“ - das Nachdenken über eine Frage oder ein Problem und die Suche nach einer Antwort oder Lösung -, welches natürlich für unser Leben gut und wichtig ist. 

Verschiedene Methoden der Meditation und Kursangebote geben Anleitung und Raum, wie man das „unbeabsichtigte Denken“ vermindern kann und jenseits der Gedanken in einen Seins-Zustand kommt, der Einsicht und Offenheit ermöglicht.  

Die verschiedenen Formen der Meditation sind so vielfältig wie das Leben selbst. 

Meditation in Ruhe und Bewegung:

Es gibt Meditation en mit körperlicher Bewegung und stille Meditation en, bei denen Bewegungslosigkeit in einer aufrechten Sitzhaltung gefordert wird. Meditation en in Bewegung sind z.B. Qigong, Tai Chi, Yoga, aber auch Tanzen, Laufen, Singen, Drehen kann eine Form der Meditation sein. 

Die stillen Sitz meditation en wie z.B. die buddistische Zen- und Vipassana- Meditation konzentrieren sich auf die Wahrnehmung des Atems und der Körperhaltung. Aber auch hierbei wird das stille Sitzen unterbrochen von achtsamem Gehen, Teetrinken, Singen und Rezitieren.  

Die stillen Meditation en geben die Möglichkeit, klarer die Bewegungen wahrzunehmen, die auch ohne unsere willentliche Aktivität da sind. Wir können erfahren, dass es in uns lebt, auch wenn wir nichts tun.  

Die aktiven Meditation en geben die Möglichkeit, Unruhe und nervöse Zustände in gesammelte Bewegung umzuwandeln. 

Dem Temperament, der körperlichen Verfassung oder dem Lebensalter entsprechend kann eine aktive oder stille Meditation ausgeübt werden oder auch eine Kombination beider, so dass dem Ruhe- und Bewegungsbedürfnis entsprochen werden kann. 

Die innere Haltung: 

Ob wir uns nun mehr oder weniger bewegen und welche Bewegung oder Nicht-Bewegung wir bevorzugen, ist nicht so wichtig. Wesentlich ist die innere Haltung, in der die Meditation ausgeführt wird.  

Meditation kommt vom lateinischen Wort „meditari“, was soviel bedeutet wie „Verweilen, Betrachten, Besinnen“. 

*  Meditation lädt uns ein, bei einer Sache zu verweilen, ganz bei dem zu sein, was wir gerade tun.

*  Meditation bedeutet, unser Tun mit allen Sinnen wahrnehmen, es erleben und was immer wir erleben ohne Urteil betrachten, annehmen, so sein lassen.

*  Meditation will, dass wir uns auf die Gegenwart besinnen, dass wir mit der Aufmerksamkeit dort sind, wo unser Körper ist, unsere innere und äußere Realität fühlen und wahrnehmen. 

Spüren Sie doch jetzt gleich einmal, worauf Sie sitzen, stehen oder gehen, wie Sie atmen und in Ihrem Körper anwesend sind. Nehmen Sie Ihre Bewegungen oder Ihr In-Ruhe-Sein wahr.  

Vor allen Dingen nehmen Sie ohne Urteil wahr und betrachten Sie die Dinge mit wohlwollender Akzeptanz: „Aha, so ist es jetzt“ ... „So fühlt es sich jetzt in mir an.“

Oder Fühlen, Hören, Sehen, Riechen Sie Jetzt, ohne die üblichen Kommentare „das ist gut ... das ist schlecht ... so sollte es nicht sein ... so sollte es immer sein ...“ usw.  

Natürlich ist es gut, im Leben Ziele zu haben, etwas zu planen, zu erreichen, zu ändern.

Gute Ziele brauchen jedoch Zeiten der Besinnung, der Selbstwahrnehmung, des Verweilens in der Gegenwart, des Müßiggangs, des einfach nur Hinschauens.  

Meditation in der Hardtwaldklinik:

Meditation und Yoga werden in der Hardtwaldklinik seit mehr als 10 Jahren von einer ausgebildeten Meditationsleiterin und Yogalehrerin angeboten.

Die Meditation en können von Patienten auf freiwilliger Basis und nach eigenem Ermessen wahrgenommen werden. 

*     Bewegungs meditation en und stilles Sitzen

*     Achtsamen Gehen, Tönen und Singen

*     Schulung des Körper- und Atembewusstseins

*     sowie Gespräche über sinnvolle Meditation spraxis im Alltag 

sind Inhalte von meditativen Abenden und Morgen meditation en. 

Hier kann ein erlebbarer Eindruck gewonnen werden in verschiedene Meditation sformen.

Auch wenn Gespräche und Information Bestandteile sind, ist das Hauptanliegen der meditativen Angebote die Übung, in der Gegenwart zu sein und dem vielbeschäftigten Kopf eine Pause zu gönnen. 

Denn darin sind die Meister der verschiedenen meditativen Schulen sich einig: „Der gegenwärtige Augenblick, das „Jetzt“ ist der einzige Augenblick, in dem wir wirklich leben.“ (J. Kabat-Zinn) 

„Mitten im Ozean des Tuns sich im „heilsamen So-Sein“ zu üben, Achtsamkeit gewinnen" bedeutet: In jedem Augenblick des Lebens „voll da zu sein“, der Herausforderung des Alltagsstresses adäquat begegnen zu können, um ihm jede Chance zu nehmen, unser physisches und psychisches Immunsystem zu schwächen. (Psychologie Heute).

Literaturangaben:
Jon Kabat-Zinn, „Gesund durch Meditation“.
J. Krishnamurti, „Mensch sein“.
 

Johanna Wernz
Jogaleiterin

Animationen animierte Augen

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Aktualisiert: März 2010

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